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Das MANNA Delikatessencafé wurde von Architekt Rainer Köberl geplant.

In dem denkmalgeschützten Haus aus dem Jahr 1496 am Beginn der Maria-Theresien-Straße mit wunderschönem ‹ Tadao-Ando-Grundriss › – ein Raum zur Straße, einer zum Hof, dazwischen Lichthof und Stiege, wurde Ende des 20. Jahrhunderts der Lichthof dem Parterreraum zugeschlagen und mit einem leicht geneigten Glasdach überdacht.

Durch diese Rohbauarbeiten entstand ein 4m breiter, 30m langer und teilweise zweigeschossiger Raum, der mit zahlreichen Nischen versehen war.

Zu diesem Zeitpunkt beauftragte Dipl. Vw. Hansjörg Kuen, ein Innsbrucker Gastronom, der u.a. bereits in den 1970er Jahren mit Architekt Prof. Josef Lackner die ORANGERIE – das Original –, die legendäre IRGENDWO Bar, die AMERICAN Bar, die Konditorei SWEETY und später das Restaurant PANINI im Zentrum Innsbrucks realisierte, Rainer Köberl mit der Planung.

Sein Wunsch war endlich einen ‹ Klassiker › – ein Kaffeehaus als möglichst öffentlichen Ort – in diesen langen Raum zu zaubern. 

Das alte Haus, außen weiß, besteht im Inneren aus weiß geputzten Wänden und alten Holzbalkendecken. Alle Räume wurden ebenso wie die Stiege mit Eichenböden versehen. Der nischendurchsetzten ‹ Neubaustruktur › wurde eine Schale aus schwarzem Glas vorgesetzt und nur die aus Platzgründen unbedingt notwendigen Nischen behalten und mit Eichenholz ausgekleidet. Aus Eiche sind auch die Glashalteleisten, alle wichtigen Barmöbel und die Deckenuntersichten der vorgegebenen Betonbrücken. Das schwarze Glas kontrastiert mit der denkmalgeschützten Substanz, ergibt im Glasdachbereich eine das Übermaß an Licht relativierende Dunkelheit und weitet durch Spiegelung und Tiefe das enge, lange Erdgeschoss. 

Gezielt eingesetzte ‹ wirkliche › Spiegel – als Variation der weichen dunklen Spiegelung – erweitern zusätzlich, reflektieren bei bestimmter Uhrzeit das Sonnenlicht ins Erdgeschoss und ergeben zusammen mit der sich mehrfach in die Tiefe spiegelnden Glühbirnenbeleuchtung und den hellbeigen Lederbänken diese öffentliche, etwas noble, ‹ großstädtische › Atmosphäre. 

Textauszüge:
Aut. Architektur und Tirol, Beitrag 09.05.2006